Rückblick 2016/2017

Ilia Papandreou mit Wagner, Tschaikowsky und Weinberg

Auch in der Saison 2016/2017 wurde Ilia Papandreou in herausragenden Musiktheater-Produktionen gefeiert. Bereits im Mai 2016 war sie am Theater Erfurt als eine „herrlich leicht klingende und mit reichlich Stimmsubstanz gesegnete, ganz entzückende Eva“ in Wagners Meistersingern von Nürnberg zu erleben, „besonders, wenn sie energisch wird und ihr Sopran vielfarbig leuchtet.“ (Bernd Stopka, Online Musik Magazin). Im November 2016 debütierte sie als „bezaubernd mädchenhafte Eva“ (Opernwelt, August 2016) nun auch erfolgreich am Deutschen Nationaltheater Weimar: „Wie in Erfurt modelliert sie Herz und Dringlichkeit des gar nicht paradiesischen Bühnengeschehens, der dunkle Sopran gewinnt immer mehr Wärme“, so Roland H. Dippel in der neuen musikzeitung (nmz); sie macht Eva „zur Hauptfigur“ (Roland H. Dippel, Concerti). Im Februar 2017 schließlich sprang Ilia Papandreou kurzfristig als Eva für die Probenphase der Meistersinger an der Mailänder Scala ein (Musikalische Leitung: Daniele Gatti).

Als Marta in Mieczysław Weinbergs Ausschwitz-Oper Die Passagierin war Ilia Papandreou zu Beginn des Jahres 2017 erstmals am Musiktheater im Revier zu Gast. Von „mädchenhafter Zartheit bis zur schieren Verzweiflung“, so Josef Oehrlein in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, lotete Ilia Papandreou alle Facetten dieser ebenso schwierigen wie herausfordernden Partie aus. „Das Ende der Oper ... kommt mit dem dämonisch verzerrten Walzer und einem träumerischen Lied Martas. Ilia Papandreou singt es mit anrührender Einfachheit, nachdem sie drei intensive Stunden lang die schweigende, allein durch ihre Präsenz wirkende Passagierin und die auch angesichts des sadistischen Hohns der ‚Aufseherin Franz‘ starke, mutige Frau im Lager verkörpert hat“ (Werner Häußner, Revierpassagen). Ebenso begeistert das Fazit von Karsten Mark (trailer – Kultur.Kino.Ruhr): „Die größte Strahlkraft entwickelt in dieser Produktion indes Ilia Papandreou als Marta, die mit kraftvollem Sopran spürbar in ihrer Rolle aufgeht.“ Und auch Jonas Zerweck (terzwerk) rühmt die „eindrucksvolle“ Darstellung der Marta: „Papandreou reichen bei jedem Einsatz immer nur wenige Töne, um sofort mit unnachgiebig ergreifender Direktheit die Gefühle in das Publikum zu stechen. Bei ihrem ersten Stimmeinsatz schmiegt sie ihre Stimme noch sanft an die zarten Klänge des Orchesters, kurze Zeit später schneidet sie mit scharfer Stimme ihre Verzweiflung in den Saal. Papandreou zeigt facettenreich die zwei sich abwechselnden Zustände einer Frau, gibt sich dabei der Rolle völlig hin. Das ist riskant, führt aber an diesem Abend zu absoluter Höchstleistung.“

Im März 2017 war Ilia Papandreou erneut in Peter Tschaikowskys Iolanta zu erleben und gab in der Titelpartie als blinde Königstochter ihr gefeiertes Debüt am Prager Nationaltheater. Künftige Gastengagements werden sie im September 2017 erstmals als Solistin zum Funkhausorchester Köln – an der Seite von Dominique Horwitz in dessen Revue Reformhaus Lutter – sowie in der Titelpartie von Luigi Cherubinis Medea erneut ans Theater Erfurt führen.