Mit der Titelpartie aus Luigi Cherubinis Medea ist Ilia Papandreou im November 2017 an das Theater Erfurt zurückgekehrt und konnte damit „ihrer Karriere einen weiteren Triumph hinzufügen“ (Thüringer Allgemeine, 13. November 2017). „Gesanglich ist sie die Darstellerin, die alle überragt“, so Larissa Gawritschenko und Thomas Janda (Der Neue Merker), „sie spielt ihre Rolle nicht nur, sie lebt ihre Rolle mit großer Überzeugungskraft.“

1797 in Paris uraufgeführt, im 19. Jahrhundert zunehmend in Vergessenheit geraten und erst Mitte des 20. Jahrhunderts durch die Interpretation der „Diva assoluta“ Maria Callas endgültig im internationalen Opernrepertoire verankert, zählt Cherubinis Medea zu den anspruchsvollsten Partien des dramatischen Sopranfachs. „Alles steht und fällt mit Medea“, so Daniel Hirschel in seiner Premierenkritik der Erfurter Medea: „Von Cherubini mit den meisten Nummern bedacht und fast die ganze Oper über auf der Bühne, liefert Ilia Papandreou ein emotional berührendes Rollenporträt – zwischen echter Mutterliebe und unbändiger Rache hin- und hergerissen, bleibt sie keine Facette dieser einerseits starken, aufopferungsvollen Karriere- und Ehefrau [...], andererseits der von Zweifeln schier zerfressenen und echter Liebe zu ihren Kindern fühlenden Mutter nichts schuldig. Ihr stets unforcierter, technisch bestens disponierter Sopran verfügt einerseits über die nötige profunde Dramatik und andererseits über die für den chant français unentbehrliche Leichtigkeit.“ (Das Opernglas, 01/2018)

Einen „Glücksfall“ nannte Dieter David Scholz (MDR Kultur) Ilia Papandreous Medea: „Ihre Medea ist fulminant, sängerisch und darstellerisch. Auch die Sprechtexte bewältigt sie als einzige tadellos und anrührend.“

Für Roland H. Dippel (Concerti, 11. November 2017) schließlich ist Ilia Papandreou mit Medea ein weiterer Schritt auf ihrem Weg zu einer „bezwingenden Sängerdarstellerin“ gelungen: „Ilia Papandreou bedient Cherubinis exorbitante Schwierigkeiten schon dadurch, dass sie als Einzige glänzend Dialoge spricht und das damit überforderte internationale Ensemble abhängt. Sie hat beachtliche Kondition für die langen Gesangsphrasen [...] Ab ihrer Arie ‚Chers enfants' stimmt einfach alles, von der großen Deklamation bis zur steilen Attacke. Durch die Striche verknappen sich Médées Furor, Trauer, Hass, Hoffnung und schließlich der Kindsmord zu einem Porträt des totalen Scheiterns.“

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